Für Patienten

So hilft Akupunktur und TCM

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist eine ganzheitliche Heilmethode mit jahrtausendealter Erfahrung. Ihr Ziel ist es, den Menschen in seinem körperlichen und seelischen Gleichgewicht zu unterstützen und die natürlichen Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

In der TCM ergänzen sich fünf bewährte Behandlungsverfahren, die auch als „fünf Säulen“ bezeichnet werden:

  1. Akupunktur und Moxibustion – feine Nadelreize oder wohltuende Wärme fördern den Energiefluss und lindern Schmerzen.
  2. Chinesische Arzneimitteltherapie (CAT) – pflanzliche Rezepturen unterstützen den Organismus von innen heraus.
  3. Qi Gong und Tai Chi – sanfte Bewegungsübungen stärken Vitalität und innere Ruhe.
  4. TuiNa‑Massage – gezielte Handgriffe lösen Verspannungen und harmonisieren den Energiehaushalt.
  5. Chinesische Diätetik/Ernährungslehre – eine ausgewogene, typgerechte Ernährung erhält Gesundheit und Wohlbefinden.

 

Besonders die Akupunktur ist heute fester Bestandteil moderner Medizin. Sie kann Schmerzen lindern, Heilungsprozesse anregen und das gesamte Wohlbefinden verbessern. Akupunktur ist heute international wissenschaftlich erforscht und medizinisch anerkannt.

Arztsuche für Akupunktur und TCM

Wenn Sie sich für eine ärztliche Akupunkturbehandlung interessieren, finden Sie über unsere Arztsuche qualifizierte Ärztinnen und Ärzte mit Ausbildung in Akupunktur und Traditioneller Chinesischer Medizin in Ihrer Nähe.

Qualität und Ausbildung

Akupunktur wird von Ärztinnen und Ärzten mit Zusatzqualifikation durchgeführt. Die Ausbildung umfasst mindestens 200 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht sowie eine Prüfung bei der Landesärztekammer. Zahlreiche Fortbildungsangebote der DÄGfA sichern ein hohes Ausbildungsniveau und den Qualitätsstandard ärztlicher Akupunktur in Deutschland.

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Wann hilft Akupunktur
Wann hilft Akupunktur

Akupunktur kann heilen, aber nicht reparieren was bereits zerstört ist.

Punkt Lokalisation
Wie wirkt Akupunktur

Weitere Informationen auf welche Art und Weise Akupunktur hilft und wirkt.

Puls fühlen
Ablauf einer Behandlung

So läuft eine Akupunktur Behandlung ab.

Akupunktur hat nicht geholfen. Was nun?

Ein kleiner Leitfaden der beim Aufspüren von Gründen hilft.

Anwendungsgebiete der Akupunktur

Die kleine Nadel hilft bei viel mehr als „nur“ Schmerzen

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Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

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Wann hilft Akupunktur?

Die Chinesische Medizin sieht den Menschen als Ganzes und behandelt nicht nur einzelne Symptome, sondern die Ursache einer Störung. Eine Akupunkturbehandlung kann die natürliche Balance wiederherstellen, Schmerzen lindern und Heilungsprozesse fördern. Sie kann heilen, was gestört ist – aber nicht „reparieren“, was bereits zerstört ist.

So kann Akupunktur beispielsweise bei Gelenkerkrankungen Schmerzen und Entzündungen lindern, ohne dass der Knorpel selbst wiederhergestellt wird.

Häufige Anwendungsgebiete

Schmerztherapie:
Rücken-, Gelenk- und Kopfschmerzen, Migräne, Fibromyalgie, Tennisellenbogen, Arthroseschmerzen

Neurologische Erkrankungen:
Neuralgien, Gesichtslähmung, Schlaganfall-Begleittherapie, Polyneuropathie

Erkrankungen der Atemwege:
Asthma, Heuschnupfen, chronische Bronchitis

Frauenheilkunde und Geburtshilfe:
Menstruationsbeschwerden, Fruchtbarkeitsstörungen, Wechseljahresbeschwerden, Geburtsvorbereitung

Vegetative und seelische Störungen:
Schlaflosigkeit, Erschöpfung, innere Unruhe, Blutdruckschwankungen

Verdauungs- und Hauterkrankungen:
Reizdarm, Verstopfung, Ekzeme, Neurodermitis

Weitere Einsatzgebiete:
Suchtbehandlung (z. B. Nikotin, Alkohol), postoperative Heilungsunterstützung, Linderung von Übelkeit bei Chemotherapie

Wissenschaftliche Belege
Zahlreiche Studien bestätigen die Wirksamkeit der Akupunktur, insbesondere bei:

  • Rückenschmerzen
  • Kniegelenksarthrose
  • Migräne und Spannungskopfschmerz
  • Übelkeit und postoperativen Schmerzen

Internationale Forschung, unter anderem an der Charité Berlin, LMU München und Universität Harvard, belegt eine messbare Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung.

Wie wirkt Akupunktur?

Bei der Akupunktur werden sehr feine Nadeln an genau bestimmten Punkten des Körpers gesetzt. Diese Punkte liegen auf sogenannten Meridianen – Energieleitbahnen, die Körperfunktionen regulieren sollen.

Die Nadeln bleiben etwa 20 bis 30 Minuten liegen, während der Körper auf die sanften Reize reagiert. Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden die Behandlung als entspannend und ausgleichend.

Wirkprinzipien im Körper

Durch die Nadelreize kommt es zur Freisetzung von körpereigenen Botenstoffen wie:

  • Endorphinen – natürliche Schmerzhemmer
  • Serotonin – wirkt stimmungsaufhellend und beruhigend
  • Cortisol – reduziert Entzündungsreaktionen

Dadurch verbessert sich die Durchblutung, Muskelspannung normalisiert sich, und das vegetative Nervensystem findet wieder in Balance. Akupunktur wirkt regulierend – sie kann überaktive Prozesse beruhigen und geschwächte Funktionen anregen.

Die entspannende Wirkung trägt zusätzlich zu Ruhe, besserem Schlaf und einem verbesserten allgemeinen Wohlbefinden bei.

Ablauf einer Behandlung

Erstgespräch und Diagnose

Vor jeder Behandlung erfolgt ein ausführliches ärztliches Gespräch. Darin werden der Verlauf der Beschwerden, Lebensgewohnheiten und andere Einflüsse berücksichtigt. Oft wird auch eine traditionelle Puls- und Zungendiagnose durchgeführt, um ein umfassendes Bild zu erhalten.

Behandlung

Je nach Befund werden feine Einmalnadeln an individuell ausgewählten Punkten gesetzt. Die Behandlung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Eine Sitzung verläuft in ruhiger Atmosphäre – viele Patientinnen und Patienten empfinden sie als sehr wohltuend.

Bei Bedarf kann die Akupunktur ergänzt werden durch:

  • Moxibustion: sanfte Wärmereize mit Beifußkraut
  • Schröpfen oder TuiNa-Massage: zur Muskelentspannung
  • Laserakupunktur: nadelfreie Anwendung für empfindliche Bereiche oder Kinder

Behandlungsdauer und Erfolgsaussichten

Akute Beschwerden bessern sich oft nach wenigen Sitzungen. Bei chronischen Erkrankungen zeigen sich erste Verbesserungen meist nach der 3. bis 6. Behandlung. Je länger eine Erkrankung besteht, desto mehr Geduld ist erforderlich.

Zur Unterstützung kann eine gesunde Lebensweise, angepasste Ernährung und Bewegung (z. B. Qi Gong, Tai Chi) beitragen.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Ärztliche Akupunktur gilt als sehr sicheres Verfahren. Leichte Hautreizungen, kleine Blutergüsse oder kurzfristige Müdigkeit können vorkommen, sind jedoch harmlos und vorübergehend. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind selten.

Kosten

Die Kosten liegen je nach Aufwand bei etwa 30 bis 70 € pro Sitzung. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Akupunktur bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen. Private Krankenkassen erstatten häufig ebenfalls – je nach Tarif.

Fragen und Antworten zur Akupunktur

Um sich ein genaues Bild vom Gesundheitszustand seines Patienten zu machen, sammelt der Arzt/die Ärztin nach schulmedizinischer Abklärung der Beschwerden in einem Erstgespräch, der so genannten Anamnese, sämtliche Informationen zur Krankengeschichte des Patienten. Dazu gehören neben einer Beschreibung der aktuellen Beschwerden auch Angaben darüber, wodurch diese schlimmer oder leichter werden und was diese ausgelöst haben könnte. Der eigentlichen Behandlung geht also eine ausführliche Befragung voraus. Wichtige Hinweise geben dem Arzt/der Ärztin Angaben über die Qualität des Schlafs, den Appetit, die körperliche Belastbarkeit, die seelische Stimmungslage, über Urin, Stuhlgang und Verdauungsbeschwerden. Auch berufliche oder familiäre Belastungen, Menstruationsunregelmäßigkeiten, Hitze- oder Kälteabneigung sind von Bedeutung. Eine körperliche Untersuchung, die oft Zungen- und Pulsdiagnose nach chinesischen Kriterien einschließt, rundet das Erstgespräch mit dem Patienten ab. Nun kann ein gut ausgebildeter Akupunkturarzt eine "chinesische" Diagnose stellen und die geeignete Behandlungsmethode bestimmen.

Manchmal kommt es vor, dass eine Akupunkturbehandlung nicht ganz die erwünschte Wirkung zeigt. Wir haben einen kleinen Leitfaden für Patienten vorbereitet, der beim Aufspüren von Gründen hilft.

Grundsätzlich gilt: Je länger eine Erkrankung besteht, desto länger muss sie behandelt werden. Bei chronischen Erkrankungen (Krankheiten und Beschwerden, die länger als drei bis sechs Monate andauern), spürt man in der Regel zwischen der dritten und sechsten Sitzung eine positive Veränderung. Schmerzen lassen nach, der Schlaf wird tiefer und ruhiger, das Allgemeinbefinden und die seelische Stimmungslage verbessern sich. Erst nach etwa fünf bis sechs Sitzungen lässt sich genauer abschätzen, wie viele Behandlungen noch notwendig sind.

Die heilende Wirkung einer Akupunktur hält bei Mitarbeit des Patienten oft ein Leben lang an. Je nach individueller körperlicher und seelischer Belastung, Fehlernährung oder ungesunder Lebensführung kann es aber auch nach einer gewissen Zeit zu erneuten Beschwerden kommen, so dass weitere Behandlungen oder eine Auffrisch-Akupunktur notwendig werden.

Für eine Akupunkturtherapie gibt es keine Altersgrenze, auch hochbetagte Menschen können von ihr profitieren. Babys und Kleinkinder reagieren oft sogar besonders sensibel, hier genügt manchmal schon sanfte Massage entlang der Akupunkturpunkte (Akupunktmassage) oder eine schmerzlose Laserakupunktur. Für Schulkinder gibt es neben der Laserakupunktur auch noch die Möglichkeit, mit extrem dünnen, schmerzarmen Nadeln zu behandeln. Viele Kinder kommen damit ausgezeichnet zurecht. Bei Erwachsenen entscheidet die körperliche Verfassung darüber, wie viele Nadeln gesetzt werden und wie fein sie sein sollen. Menschen, die eine unüberwindbare Angst vor den Nadeln haben, können auch mittels Laserakupunktur behandelt werden.

Eine fachgerecht durchgeführte Akupunktur hat kaum Nebenwirkungen, da die Nadeln auf eine Mobilisierung der Selbstheilungskräfte des Körpers abzielen. Wie z.B. bei der Homöopathie können sich zu Beginn der Therapie einzelne Symptome vorübergehend verstärken, man spricht hier von der "Erst-Reaktion". Gelegentlich kommt es zu leichten Blutergüssen oder blauen Flecken, auch kurze Kreislaufreaktionen können während einer Akupunkturbehandlung auftreten, normalisieren sich aber schnell. Um Infektionen zu vermeiden, werden sterile Einmalnadeln aus Edelstahl verwendet.

Um sich "Akupunktur-Arzt/Ärztin" nennen zu dürfen, ist eine spezielle Ausbildung „Zusatzweiterbildung Akupunktur“ als ärztliche Qualifikation erforderlich. In vielen Bundesländern sind für die Grundausbildung insgesamt 200 Stunden Theorie- und Praxiskurse sowie eine Prüfung bei der jeweiligen Landesärztekammer notwendig. Ein weiteres Diplom – „Meister der Akupunktur DÄGfA“ kann nach zusätzlichen 230 Fortbildungsstunden erworben werden. Das garantiert eine hohe Kompetenz und Erfahrung auch in der Behandlung schwieriger Krankheitsbilder.

Viele Ärzte/Ärztinnen erwerben darüber hinaus praktische Erfahrungen und Kenntnisse in China und bilden sich weiter auf den Gebieten der chinesischen Arzneimitteltherapie, der chinesischen Ernährungsheilkunde, der Bewegungstherapien Qi Gong und Tai Chi oder manueller Medizin wie der Tuina-Therapie.

Adressen erfahrener Akupunktur-Ärzte finden Sie über unsere Arztsuche. Nach Postleitzahlen sind hier die geprüften Mitglieder der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA) mit ihren Diplomen aufgelistet. Dort finden Sie auch Hinweise auf die verschiedenen medizinischen Fachrichtungen der Ärzte.

Kurz zusammengefasst verhält es sich folgendermaßen.

  • Eine Desinfektion vor Akupunktur am Körper ist mit Ausnahme des Ohres nicht nötig. Hier besteht ein allgemeiner Konsens aller Fachgesellschaften, national als auch international. Voraussetzung ist die Nutzung einmal steriler Akupunkturnadeln und die Nadelung ausschließlich in intakte, saubere Haut.
  • Bei der Nadelung am Ohr wird eine Sprühdesinfektion und eine mechanische Reinigung empfohlen.
  • Bei Patienten mit Infektionsrisiko sind die in der Hygiene üblichen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, sowohl zum Schutz des Arztes als auch des Patienten z.B. Handschuhe