Meister der Akupunktur DÄGfA
Der „Meister der Akupunktur DÄGfA“ ist der etablierte Aufbaustudiengang der DÄGfA für Ärzte mit abgeschlossener Grundausbildung in Akupunktur. Er bestätigt umfassende Kenntnisse und praktische Erfahrung in allen wesentlichen Anwendungsformen und Techniken der Akupunktur.
Die Ausbildung umfasst insgesamt 230 Unterrichtseinheiten in fünf klar strukturierten Modulen – von vertiefenden Grundlagen über die TCM Organsystematik und fachbezogene Spezialkurse bis hin zu Hospitationen und den Akupunktur Tagen mit Abschlussprüfung. Der Meistertitel ist ein anerkanntes Qualifikationsmerkmal innerhalb der ärztlichen Akupunktur und bildet zugleich die Grundlage für weiterführende Spezialisierungen.
Ablauf und Inhalte
Seit 2011 hat die DÄGfA einen neuen Standard entwickelt, indem sie den „Meister der Akupunktur DÄGfA“ eingeführt hat. Dieser hat eine breite Anerkennung bei Institutionen, Ärzte und Patienten gefunden. Die Ausbildung umfasst 230 Unterrichtseinheiten (UE) in Theorie und Praxis. Modular aufgebaut, erlaubt die Ausbildung individuelle Schwerpunkte und bietet umfassende Kenntnisse. Der Abschluss ersetzt das frühere B-Diplom.
Die Ausbildung verknüpft Akupunkturkenntnisse, vertieftes TCM-Wissen inklusive ausführliche Lehre der Wandlungsphasen, Anamnese und Diagnostik auch in spezifischen Fachgebieten und Hospitation bei erfahrenen Akupunkturärzt:innen.
In den jeweils 1-tägigen Kursen des Modul I werden die in der Grundausbildung erworbenen Kenntnisse für den Meister erweitert und vertieft. Darüber hinaus werden die Teilnehmenden in die übrigen Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingeführt, um seine Patient:innen optimal in allen Bereichen der TCM beraten zu können.
In diesem Modul sind folgende Kurse enthalten:
- M1 K1 Anamnese und Diagnostik
- M1 K2 Untersuchung
- M1 K3 Reiztechniken
- M1 K4 Einführung in die Chinesische Arzneitherapie (CAT)
- M1 K5 Ernährungstherapie
- M1 K6 TuiNa
- M1 K7 Elektro-Stimulations-Akupunktur (ESA)
- M1 K8 Laser
- M1 K9 Mikrosysteme
- M1 K10 Triggerpunkt-Akupunktur
- M1 K11 Qi Gong
- M1 K12 Traditionell Japanische Medizin
Jeder Kurs ist auch außerhalb der Meisterausbildung buchbar.
Modul I setzt sich aus 3 Pflichtkursen (M1 K1-3, 24 UE) sowie aus 7 Wahlpflichtkursen (M1 K4 - K12, 56 aus 80 UE) zusammen. Unterrichtet werden die Kurse von unseren Spezialist:innen im jeweiligen Gebiet.
Die Pflichtkurse M1 K1-3 stehen am Beginn Ihrer Meisterausbildung.
Es handelt sich jeweils um eintägige Kurse mit 8 UE.
Kurse des Modul I können bereits nach Abschluss der Kursweiterbildung Grundkurse G1-G15 (120 UE) belegt werden.
Termine und Kursbuchung
Modul II vertieft die Kenntnisse in traditioneller chinesischer Akupunktur und befähigt die Teilnehmenden, auch komplexere Störungen zu behandeln. Individuelle Punktkonzepte und bewährte Punktkombinationen werden vermittelt und trainiert. Lehrinhalte sind unter anderem Physiologie und Pathophysiologie, Qi, Blut und Essenzen, sowie ergänzende Konzepte und Paradigmen mit Bedeutung für die Akupunktur. Unterrichtet wird in diesem Modul von Dozent:innen, die ihren Schwerpunkt auf TCM gelegt haben.
Alle Kurse können auch einzeln außerhalb der Meisterausbildung besucht werden. Aus didaktischen Gründen empfiehlt es sich, dem Ablauf K1 bis K6 zu folgen.
- M2 K1 Milz
- M2 K2 Leber
- M2 K3 Niere
- M2 K4 Herz
- M2 K5 Lunge
- M2 K6 Extra
Jeder Kurstag ist einem Funktionskreis (FK) gewidmet:
- Darstellung des FK mit den traditionellen Konzepten und ihrer Bedeutung für die moderne Praxis
- Psychosomatische Aspekte des FK, Wechselspiel der FK untereinander
- Syndrome und westliche Erkrankungsbilder mit Bezug zum FK
- Ganzheitliche therapeutische Konzepte und Behandlungsstrategien
- Vertiefung von Anamnesetechniken und differentialdiagnostischem Denken anhand von Fallbeispielen
- Puls- und Zungendiagnostik, Ernährungsempfehlungen, Patientenvorstellungen
Ergänzende chinesische Konzepte des Leitbahnsystems wie
- Außerordentliche Leitbahnen
- Sehnige Anteile der Leitbahnen
- Hautbereiche
- Leitbahnzweige
- Netzgefäße
Ergänzende chinesische Paradigmen zur Diagnose wie:
- 6-Schichten-Modell
- 4-Ebenen-Modell
- 3-Erwärmer-Konzept
- Außerordentliche Organe
- Bi-Syndrome
- Wei-Syndrome
Termine und Kursbuchung
Alle Kurse können auch einzeln außerhalb der Meisterausbildung besucht werden.
Die Fachgebiets-Kurse berücksichtigen die besonderen Bedingungen der Akupunkturbehandlung im Fachgebiet.
Inhalte der Kurse:
- Medizinisches Update
- Darstellung integrativer Ansätze
- Pragmatische Ansätze für die tägliche Praxis
- Differenzierung komplexer Krankheitsbilder nach TCM
Fallbeispiele - Praktische Übungen
- Einsatz von Mikrosystemen, Triggerpunkt-Akupunktur, Laser, ESA und Moxa in Abhängigkeit der Indikation
Unterrichtet wird in diesem Modul von erfahrenen Fachärzt:innen im spezifischen Gebiet, je nach Fachgebiet ergänzt um spezialisierte Dozent:innen. Die Curricula und Skripten der Kurse wurden von berufenen Fachkommissionen entwickelt. Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Fachgruppen für die Anwendung der Akupunktur in der täglichen Praxis sind im Kursaufbau berücksichtigt.
Die Kurse sind jeweils auch für Akupunkteur:innen geeignet, die nicht spezifisch im jeweiligen Fachgebiet zu Hause sind. Die Kurse werden von den Mitgliedern der Fachkommission gehalten (2-4 Dozent:innen, je nach Thema).
Sie können aus einem reichen Angebot 2 Wochenendkurse (à 20 UE) wählen:
- M3 K1 HNO-Heilkunde und Allergologie
- M3 K2 Orthopädie / Physikalische Medizin
- M3 K3 Neurologie
- M3 K4 Allgemeinmedizin / Innere
- M3 K5 Dermatologie
- M3 K6 Schmerztherapie / Notfall / Anästhesie
- M3 K7 Augenerkrankungen
- M3 K8 Gynäkologie
- M3 K9 Psychiatrie / Psychosomatik
- M3 K10 Pädiatrie
- M3 K11 Palliativmedizin
- M3 K12 Urologie
- M3 K13 Zahnmedizin / Mundakupunktur
Termine und Kursbuchung
Hospitation als wichtige Säule des „Meisters der Akupunktur DÄGfA“
Die DÄGfA ist ein lebendiger Verein, der den fachlichen und organisatorischen Austausch zwischen seinen Mitgliedern aktiv fördert. Aus diesem Grund besteht das Modul IV der Meisterausbildung aus zwei ganztägigen Hospitationen in einer von uns zertifizierten Praxis.
Hospitationen können auch von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen außerhalb der Meisterausbildung angefragt werden. Bundesweit können Sie aus 11 zertifizierten Praxen wählen.
In der Hospitation erleben Sie den täglichen Ablauf der Akupunktur in der Praxis und das Patient:innen- und Praxismanagement. Unsere Hospitationen werden durchgehend von Kolle:ginnen angeboten, die in der Regel die Qualifikation „Meister der Akupunktur DÄGfA“ aufweisen und sehr erfahrene Akupunkteur:innen sind.
Terminvereinbarungen über das Fortbildungszentrum der DÄGfA.
Das mehrtägige Praxismodul (30 UE) findet in einer besonderen Umgebung statt und beinhaltet gemeinsame Patientenbehandlung der Teilnehmenden im Dialog mit den Dozent:innen (Bedside Teaching) sowie Vorträge und Diskussionen zu speziellen Themen.
Eine Abschlussprüfung (kollegiales Gespräch) schließt das Praxismodul und damit die Gesamtausbildung zum "Meister der Akupunktur DÄGfA" ab.
Termine und Kursbuchung
Alle Kurse zum „Meister der Akupunktur DÄGfA“ und zum „Meister der Ost-Asiatischen Medizin DÄGfA“ können auch einzeln und unabhängig von den beiden Meisterausbildungen gebucht werden.
Für den Erwerb der Bezeichnung „Meister der Ost-Asiatischen Medizin DÄGfA“ ist der absolvierte „Meister der Akupunktur DÄGfA“ Voraussetzung. Sollten Sie nur eine Methode vollständig absolvieren (200 UE CAT bzw. 110 UE für die anderen Methoden), erhalten Sie ein spezielles DÄGfA-Diplom.
In ihrer öffentlichen und politischen Arbeit stellt die DÄGfA den Wert der Meister-Ausbildungen als Garanten für qualitativ hochwertige Akupunktur und Ost-Asiatische Medizin heraus. Dieser Weg ist sehr erfolgreich. Schon seit 2012 sind beide Meister-Ausbildungen als Marken im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes eingetragen. Damit ist der „Meister“ nicht nur bei Ärzt:innen und Patient:innen etabliert, sondern auch gesetzlich geschützt.